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BEWEGUNG mit KONZEPT und HERZ

Pferdestall, Baustelle und Memory-Spielfeld: Der Bewegungsraum bei den Sommersprossen ist alles, aber keine gewöhnliche Turnhalle.
Wer die Kinder eine Weile dabei beobachtet, wie sie ihrem Bewegungsdrang und ihrer Bewegungsfreude in diesem heiß-begehrten Raum nachgehen, versteht sehr schnell, was Kerrin meint, wenn sie klarstellt: „Bei uns gibt es keine ́klassischen ́ Turnstunden!“. Von langweiligem, angeleitetem im-Kreis-Laufen ist das Bewegungskonzept hier meilenweit entfernt. Die allerwichtigste Basis ist der Spaß an der Bewegung. Und den spürt man bei den Kindern in jedem Winkel: Da werden Hindernisse aufgebaut, Berge erklommen und Höhlen erkundet. Im Wesentlichen nutzen die Kinder den Bewegungsraum auf drei Arten: in freien Spielzeiten, in angeleiteten Bewegungszeiten und für bestimmte Projekte, wie Muskelsalat, Bewegungsspiele, Lernen in Bewegung. In den freien Spielzeiten dürfen Kinder nach Absprache ohne Erwachsene in die Turnhalle gehen, um sich auszutoben: mit ungefährlichen Gegenständen wie Matten, Tüchern, Bällen und den großen Bausteinen.

Landschaft

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Im Bild: Eine vielfältige Bewegungslandschaft, die Koordination und Selbsterprobung fördert.

Die angeleiteten Bewegungszeiten dienen in erster Linie der Förderung von Motorik und Wahrnehmung. Unterschieden wird zwischen den „Bewegungs-Landschaften“ und den „Bewegungs-Baustellen“. „Die Landschaften dienen u.a. der Koordination und der Schulung des Gleichgewichtssinns“, erklärt Kerrin. Sie bestehen aus Großmaterialien wie Bänken, Matten, verschiedenen Schaukeln, der Rollenrutsche oder dem Trampolin. „Diese Gegenstände ordnen wir so an, dass die Kinder sich frei darüber bewegen und sich erproben können“. Klettern, hüpfen, rutschen, balancieren – all das gehört dazu.
Die „Baustellen“ bestehen dagegen aus Kleinmaterialien wie taktilen Scheiben, Seilen, Sandsäckchen und Tüchern. „Hier geht es um Handlungsplanung, Kreativität und Phantasie“ sagt Kerrin. „Die Kinder können miteinander in Kontakt kommen, experimentieren und sich darüber austauschen, wie sie eine Idee umsetzen könnten.“ Da wird dann beispielsweise überlegt, wie man einen Pferdestall oder eine Hundehütte bauen könnte – und was noch so alles dazugehört (etwa ein gemütliches Lagerfeuer aus roten Tüchern oder eine große Portion Grillfleisch aus Sandsäckchen).
Ob Tiere, Zirkus oder Bauarbeiter: In allen Fällen dienen Rollenspiele als Motivation, etwas auszuprobieren. „Wer ein Hund ist, der traut sich auch eher mal, zu springen“, erklärt Kerrin augenzwinkernd. Und natürlich sind Landschaften und Baustellen nicht immer strikt getrennt – da ergänzt sich schon mal ein ausführlicher Ausritt der Pferde über
die Matten mit dem Bauen, Befüllen und Leeren des Futtertroges.
Die dritte Art, den Bewegungsraum zu nutzen, sind bestimmte Angebote bzw. Projekte. Hierzu gehört z.B. das Lernen in Bewegung. Hier wird einzeln oder in einer Kleingruppe beispielsweise ein Memoryspiel durchgeführt, bei dem die zweite Memorykarte hinter einem Parcours liegt, den das Kind zunächst hinter sich bringt. „Hier kombinieren wir Konzentrationsübungen mit Bewegung, das funktioniert sehr gut“, sagt Kerrin.
Toben, tüfteln, tanzen: Was auch immer gerade im Bewegungsraum los ist, der Spaß steht den Kindern ins Gesicht geschrieben – alles außer „Turnstunde“ eben!
 

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